Netzwerksitzung auf der Tagung „Neue Kulturgeographie“ in Halle (26.-28.1.23)

„Im Bilde sein“? Zur Rolle und Bedeutung von Visualisierungen für das Verständnis unserer gegenwärtigen Welt

Sitzungsorganisation: Kristine Beurskens, Nora Küttel, Boris Michel, Judith Miggelbrink und Antje Schlottmann

Die Geographie kann nicht nur auf eine lange Geschichte visueller Methoden verweisen – von Beobachtung und Kartierung bis zu Fotografien. Nach einer Phase des eher distanzierten Verhältnisses zu Visualität in der Neuen Kulturgeographie ist in den letzten Jahren ein erneutes und vielfältiges theoretisches und praktisches Interesse an visueller Kommunikation und dem Einsatz von Visualisierungen in der Forschung entstanden. Gleichzeitig rückten in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von politischen Entwicklungen, Krisen und Konflikten und deren Einfluss auf das alltägliche Leben in den Fokus geographischer Forschung. Damit verbunden entsteht ein Interesse an der medialen Berichterstattung über Krisen und Konflikte, die häufig mit dramatischen Bildern und Darstellungen über Affekte und Emotionen agiert. Das „Netzwerk Visualisierung qualitativer Geographien“ organisiert vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen im Rahmen der Tagung Neue Kulturgeographie 2023 eine Sitzung, die sich mit aktuellen Diskussionen um die Rolle und Möglichkeiten visueller Methoden und visueller Kommunikation geographischer Forschung beschäftigt. Gerade in der Visualisierung qualitativer Geographien sehen wir ein großes Potential, gesellschaftliche Ereignisse wie Krisen nicht nur global zu verstehen, sondern über mehrere Skalen hinweg bis hin zu ihren subjektiven, lokalen, alltäglichen und verkörperten Ausprägungen zu vermitteln. Gleichzeitig gilt es unseres Erachtens heute umso mehr, Visualisierungen und durch sie erzeugte Sicht- und Unsichtbarkeiten hinsichtlich ihrer Rolle und Bedeutung für das Verständnis unserer gegenwärtigen Welt kritisch zu beobachten.
Die Sitzung soll einerseits ein offenes Forum bieten, um aktuelle Fragen visueller Geographien zu diskutieren. Wir interessieren uns u.a. für neue, kreative Methoden der Visualisierung, dafür, wie Methoden der Visualisierung in Forschungsprozessen eingesetzt werden und für die kritische Reflexion von humangeographischen Visualisierungen. Darüber hinaus – und anschließend an das Rahmenthema Tagung – interessieren uns insbesondere Fragen nach den Potentialen visueller Kommunikation in Bezug auf Krisen und Konflikte (von der Ebene des intimate bis zur globalen sowie deren Verschneidung) von ihrer Erforschung bis zur Kommunikation innerhalb und über die Wissenschaft hinaus.

„Im Bilde sein“? Zur Rolle und Bedeutung von Visualisierungen für das Verständnis unserer gegenwärtigen Welt I
Organisation & Moderation: Kristine Beurskens, Nora Küttel, Boris Michel, Judith Miggelbrink, Antje Schlottmann | 27.1., 13.15 – 14.45 Uhr

„Im Bilde sein“? Zur Rolle und Bedeutung von Visualisierungen für das Verständnis unserer gegenwärtigen Welt II
Organisation und Moderation: Kristine Beurskens, Nora Küttel, Boris Michel, Judith Miggelbrink, Antje Schlottmann | 27.1., 15.15 – 16.45 Uhr

Vorläufiges Programm zum Vierten Netzwerktreffen am 24. und 25. November 2022

Zwischen Spielen und Karten, Choreographien und Fotos. Aktueller Stand des Netzwerks, Inputs und Workshops“

DFG-Netzwerk Visualisierung qualitativer Geographien

Datum: 24. und 25. November 2022

Ort: IfL Leipzig

Organisationsteam:

  • Kristine Beurskens (IfL, K_Beurskens@leibniz-ifl.de)
  • Francis Harvey (IfL / Universität Warschau, f_harvey@leibniz-ifl.de)
  • Frank Meyer (TU Dresden, frank.meyer1@tu-dresden.de)
  • Jana Scheffer (IfL, J_Scheffer@leibniz-ifl.de)

Nach drei großen und vielen kleinen Netzwerktreffen in den Jahren 2021 und 2022 trifft sich das Netzwerk zur Visualisierung qualitativer Geographien am 24. und 25. November am Leipziger Leibniz-Institut für Länderkunde zu einem vierten Netzwerktreffen. Ziel ist es, eine Mischung aus methodischen Inputs durch Expert:innen und praktische Erfahrungen mit Visualisierungsmethoden zu bekommen. Gleichzeitig sollen die publizistischen Vorhaben des Netzwerks weiter voran getrieben und das dritte Jahr vorbereitet werden.

Tag 1: Donnerstag, 24.11.2022

Ab 09:30: Eintreffen und Kaffee

10:00 – 10:15: Warm-Up und Begrüßung

10:15 – 10:45: Berichte zu den Tätigkeiten des Netzwerkes

10:45 – 12:15: Publikationstätigkeiten des Netzwerks

12:15 – 13:15: Mittagspause

13:15 – 14:15: Fragen zu Karten – eine Paneldiskussion

Paneldiskussion mit Expert:innen aus dem Netzwerk zu folgenden Foki:

  • Wie können Karten Veränderungen des Blicks/der Perspektive aufgreifen und visuell greifbar machen?
  • Wie können wir Gillian Rose‘s Kernaussagen in Bezug zu der qualitativen Erstellung und dem Gebrauch von Karten aufgreifen?
  • Welche abwechslungsreichen Formate zum praktischen Ausprobieren bieten sich an?

14:30 – 17:00: Workshop: Try & Error – k/artographische Methoden als praktische Erweiterungen machtkritischer partizipativer Forschung? mit Katrin Singer (Universität Hamburg)

K/artographische Zugänge spiele eine zunehmende Rolle in der qualitativen Sozialforschung und erfahren eine erstarkende Wiederaufnahme, die mit der machtkritischen Wendung um kartographische, visuelle und partizipative Methoden und Theorien u.a. eines neuen Materialismus und eines intersektionalen Feminismus einhergehen.

K/artographische Methoden können Räume in der akademischen Wissensproduktion um andere Formen des Wissens, Lernens, Erinnerns und Handelns erweitern. Die Methodik selbst wird hier zum zentralen Instrument der Dekonstruktion hegemonialer Räume und zum zentralen Element der Konstruktion neuer Raumverständnisse in Form von vielfältigen Kollaborationen (z.B. mit Sinnen, Körpern, Sozialen Bewegungen, Fotographie, Sounds, städtischer Materialität, Erinnerungen, Objekten etc.).

Der Workshop möchte diese aktuellen methodischen Erkundungen aufgreifen, in kleinen Kartierungsprojekten während es Workshops umsetzen, um entlang der gesammelten Erfahrungen die Potentiale und Grenzen k/artographischer Methoden für die eigene Forschungspraxis und Lehre zu diskutieren.

17:00: Ausklang des Tages und anschließendes gemeinsames Abendessen

 Tag 2: Freitag, 25.11.2022

09:00 – 10:00: Keynote “Digitales Spiel als Visualisierungsform“ Input von Stephan Pietsch (Leipzig)

10:00 – 10:15: Pause

10:15 – 11:00: Choreographie und Raum – aktueller Stand in der Kleingruppe ’Kunst’

11:00 – 11:15: Pause

11:15 – 12:00: Fotos in der qualitativen Geographie – aktuelle Erkenntnisse der Kleingruppe ’Fotos’

12:00 – 13:00: Mittagspause

13:00 – 14:00: Konferenzplanung: Sitzungsplanung auf Tagungen im Jahr 2023

14:00 – 14:45: Abschließende Diskussionen und Planung

14:45: ENDE des Netzwerktreffens

Umfrage zum Einsatz von Fotografien

Im Rahmen des DFG-geförderten Netzwerkes ‚Visualisierung qualitativer Geographien‘ setzen wir uns in einer Kleingruppe mit dem Einsatz von Fotografien in der Geographie auseinander. Über einen Fragebogen möchten wir nun mehr darüber erfahren, wie Geograph*innen im Forschungsprozess, in der Forschungskommunikation sowie in der Lehre Fotografien einsetzen und mit welchen Herausforderungen sie dabei konfrontiert sind.

Wir würden uns freuen, wenn Sie an der Umfrage unter folgendem Link teilnehmen: https://www.soscisurvey.de/foto_geo/ Die Umfrage dauert etwa 10 Minuten und kann bis zum 22.10.2022 durchgeführt werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung & herzliche Grüße Andreas Eberth, Antje Schlottmann, Boris Michel, Janina Dobrusskin, Kristine Beurskens & Nora Küttel

Vierter Netzwerkworkshop am 24./25.11.2022

Am 24. und 25. November 2022 wird sich das Netzwerk zu einem Netzwerkworkshop treffen. Wir werden über den Stand und die nächsten Schritte der geplanten Publikationen sprechen und über mögliche Beiträge des Netzwerks zu anstehenden Konferenzen. Die Kleingruppen werden ihre Arbeit der letzten Monate und Ergebnisse präsentieren. Zudem wollen wir uns intensiver mit der Rolle der Karte in der Visualisierung qualitativer Forschung auseinandersetzen und einen Workshop zum Thema partizipatives Kartieren durchführen. Schließlich wird es noch einen Input zum Thema Spielräume bzw. Gamification in der Vermittlung geographischen Wissens durch Herrn Stephan Pietsch geben.

Wissenschaftliche Ergebnisse visualisieren – Tagebuch eines anonymen Wissenschaftlers

Liebes Tagebuch,

du weißt es, und ich weiß es auch. Ich kann einfach nicht malen, ich bin eher der Texter. Und wenn ich mal visualisiere, dann tendiere ich zu eher klassisch kartesischen Darstellungen, die meine qualitative Forschung in ihrer Komplexität gefühlt zu sehr vereinfachen.

Doch dann traf ich auf diesem VisQual-Netzwerkworkshop Franziska Schwarze (https://scivisto.com/de/) und sie hatte viel Geduld mit mir und sie zeigte mir, welchen Konventionen ich mich noch unbewusst unterwarf.

Sie zeigte mir, wie ich eine gute Visualisierung systematisch konzipieren könnte, um meine Botschaft zielgerichteter rüberbringen zu können.

Warum sollte ich es nicht mal wagen und einen Schritt vom Anspruch weggehen, alles darstellen zu wollen – warum nicht mehr Fokus, mehr Selektion. Vielleicht wage ich es sogar, Assoziationen und Interpretation zuzulassen?

Eine neue Welt hat sich mir erschlossen. Ab jetzt werden alle meine Visualisierungen groß – wait for it – artig!

Dein anonymer Wissenschaftler

Dritter Netzwerkworkshop am 10.3./11.3.2022

Das Netzwerk traf sich am 10. und 11. März 2022 zu einem Netzwerkworkshop. Bei dem Treffen wurde die Planung von Publikationen aus dem Netzwerk weitergeführt, es wurden mit Gillian Rose aktuelle visuelle Methoden und epistemologische Fragen der Visualisierung qualitativer Daten diskutiert und zudem fand eine Einführung in das Thema Collaborative Comic Creation als eine mögliche Form der kollaborativen visuellen Methode statt.

Zwischenworkshop am 14.01.2022

Das Netzwerk hat sich am 14.01. zu einem Zwischenworkshop getroffen. Die Kleingruppen berichteten über ihren aktuellen Stand und ihr weiteres Vorgehen. Zudem wurden über verschiedene mögliche Publikationsformen diskutiert und über Ideen und Wünsche für den dritten Netzwerkworkshop im März 2022 gesprochen.

Zweiter Netzwerkworkshop am 9.9./10.9.2021

Das Netzwerk wird sich am 9. und 10. September 2021 zu einem Netzwerkworkshop treffen. Einerseits werden wir die Ergebnisse und Fragen der Zwischengruppen, die auf dem Zwischenworkshop im Juni 2021 etabliert wurden, diskutieren und weiterführen. Andererseits werden für den Zeitraum bis zum dritten Netzwerkworkshop im Frühjahr 2022 neue Kleingruppen gebildet, in denen jeweils eine kleine Gruppe an Netzwerkteilnehmenden eigenständig Themen diskutiert, Methoden ausprobiert und Ziele verfolgt. Teilergebnisse veröffentlichen wir hier zeitnah.

Zwischenworkshop am 16.06.2021

Das Netzwerk hat sich am 16.06. zu einem Zwischenworkshop getroffen. Neben der Auswertung des März-Workshops und der Formierung kleiner Arbeitsgruppen wurden aktuelle Visualisierungsbeispiele von Netzwerkmitgliedern konstruktiv diskutiert.